Hauptseite Außenhandel Technische Normen und Standards Eurasische Wirtschaftskommission will Kalibrierung von Messgeräten vereinheitlichen

Eurasische Wirtschaftskommission will Kalibrierung von Messgeräten vereinheitlichen

Messungen innerhalb der Wirtschaftsunion sind bisher nicht vergleichbar / Von Dominik Vorhölter

Bonn (GTAI) – Einheitliche Normale, Messkörper und Verfahren: In Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Armenien sollen Messgeräte nach gleichen Standards ausgerichtet werden.

Die Eurasische Wirtschaftskommission will ein einheitliches Verfahren zur Kalibrierung von Messgeräten einführen. Dies geht aus einem Entscheidungsentwurf hervor, den die Kommission am 21. Mai 2019 veröffentlicht hat. Die Normen zur Kalibrierung von Messgeräten müssen an die neuen Standards des internationalen Einheitensystems für physikalische Größen (SI) angepasst werden.

Hersteller von Messgeräten und Anbieter von Zertifizierungsdienstleistungen für Messtechnik können den Entwurf bis zum 21. Juni 2019 auf dem juristischen Portal der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) einsehen und kommentieren. (https://docs.eaeunion.org/ru-ru/Pages/DisplayRIA.aspx?s=e1f13d1d-5914-465c-835f-2aa3762eddda&w=9260b414-defe-45cc-88a3-eb5c73238076&l=d70984cf-725d-4790-9b12-19604c34148c&EntityID=3571).

Die EAWU-Staaten müssen sich auf gemeinsame messtechnische Kriterien bei der Bestimmung von Abweichungen einigen. Bisher existieren unterschiedliche Standards. So können in Kasachstan Hersteller, Besitzer und Nutzer selbst bestimmen, nach welchen metrologischen Kriterien sie ihre Messgeräte auf Abweichungen prüfen. Das erschwert grundsätzlich die Vergleichbarkeit von Messungen innerhalb der EAWU.

Zudem müssen sich die Staaten auf gemeinsame Begriffe einigen. In Belarus versteht der Gesetzgeber unter „Kalibrierung“ nicht nur die regelmäßige Kontrolle und Dokumentation von Abweichungen bei Messungen. Auch die Eichung, die staatliche Prüfung von Messgeräten anhand von staatlich definierten Normalen und Messkörpern, fällt in Belarus unter den Begriff „Kalibrierung“.

Seit dem 20. Mai 2019 gilt ein neues internationales Einheitensystem für physikalische Größen (SI). Demnach bestimmen Naturkonstanten die Größen für Ampere (elektrische Stromstärke), Kelvin (Temperatur), Kilogramm und Mol (Stoffmenge). Diese physikalischen Basiseinheiten können somit berechnet werden. Ihre bisherigen Definitionen waren zeitlich überholt. Die Maßeinheit für Kilogramm zum Beispiel war seit 1889 durch das Urkilogramm vorgegeben, ein Platin-Iridium-Zylinder, der in Paris aufbewahrt wird. Das 130 Jahre alte Urkilogramm hat mit der Zeit an Gewicht verloren.

Beschlossen hat das neue internationale Einheitensystem (SI) die Meterkonvention, der Russland (Gründungsmitglied) und Kasachstan seit 2008 angehören. Assoziiertes Mitglied ist seit 2003 Belarus. Mit den EAWU-Staaten Armenien und Kirgisistan strebt die Meterkonvention eine Partnerschaft an.

Quelle: Germany Trade & Invest