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Russland verlängert Frist zur Meldung von chemischen Stoffen

Bonn (GTAI) – Das russische Industrie- und Handelsministerium hat die Frist zur Meldung von chemischen Stoffen für das Chemikalieninventar bis zum 1. Mai 2020 verlängert. 

Von Verena Saurenbach | Bonn

Seit 11. November 2019 können russische Unternehmen bereits Informationen zu chemischen Stoffen (auch als Teil von Gemischen) übermitteln, die in das Chemikalieninventar Russlands aufgenommen werden sollen. Die Frist sollte ursprünglich am 1. Januar 2020 auslaufen. Das russische Industrie- und Handelsministerium hat diese Mitte Februar um vier Monate bis zum 1. Mai 2020 verlängert (Schreiben Nr. IM-10702/13 vom 17.02.2020). Ziel ist, dass alle chemischen Stoffe erfasst werden, die sich in Russland im Umlauf befinden oder die noch in Verkehr gebracht werden sollen.

EAWU zieht bei Chemikalienerfassung mit EU gleich

Die Bestandsaufnahme ist Teil der Umsetzung des Technischen Reglements 041/2017 „Über die Sicherheit von chemischen Produkten“ der Eurasischen Wirtschaftsunion. Die Informationen aus dem Inventar werden anschließend in den nationalen Teil eines EAWU-weiten Registers übertragen. Mit diesem Register entsteht ab 1. März 2021 ein Kontrollsystem ähnlich dem in der Europäischen Union. Dort gilt seit 2007 die europaweite Chemikalien-Verordnung REACH. Diese Abkürzung steht für Registration, Authorisation, Evaluation and Restriction of Chemicals (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien).

Aufnahme in das Register erspart langen Notifizierungsprozess

Chemische Stoffe, die nicht in dem Register der Eurasischen Wirtschaftsunion enthalten sind, müssen nach dem Inkrafttreten des Technischen Reglements am 2. Juni 2021 laut Industrie- und Handelsministerium vor dem Inverkehrbringen einen relativ langen Notifizierungsprozess durchlaufen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Unternehmen, die nach dem Inkrafttreten feststellen, dass ihre Stoffe noch nicht in dem Register verzeichnet sind, können dies bis 2. Juni 2023 nachholen. Es wird dann allerdings der Nachweis benötigt, dass der chemische Stoff bereits vor dem Inkrafttreten des Technischen Reglements auf dem Markt der Wirtschaftsunion in Verkehr gebracht wurde.

Hersteller und Importeure von chemischen Stoffen sind dazu aufgefordert, ihre Produkte innerhalb der vorgesehenen Frist über das Informationssystem für die Industrie zu melden.

Weiterführende Informationen

Informationen zum Ablauf der Inventarisierung hat das Industrie- und Handelsministerium zusammengestellt (in russischer Sprache).

Das Koordinierungs- und Informationszentrum der GUS-Mitgliedstaaten zur Angleichung von Regulierungspraktiken hat eine FAQ-Rubrik zum Thema Inventarisierung von chemischen Stoffen erstellt (in russischer Sprache; in englischer Sprache mit Stand 18.12.19 von der Wirtschaftskammer Österreich).

Bei weiteren Fragen können sich Unternehmen auch an einen speziell eingerichteten Informationsservice wenden: +7 499 113 16 43 (Montag-Donnerstag 9.00 bis 18.00 Uhr und Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr, Moskauer Zeit).

Weitere Meldungen zum Thema:

Eurasische Wirtschaftsunion führt Chemikalienverordnung ein

Auf dem Informationsportal zur Eurasischen Wirtschaftsunion 

Quelle: Germany Trade & Invest