Hauptseite Wirtschaft Wirtschaftspolitik EAWU baut Binnenmarkt für Dienstleistungen aus

EAWU baut Binnenmarkt für Dienstleistungen aus

Gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen im Bauwesen geplant / Von Viktor Ebel

Bonn (GTAI) – In vielen Dienstleistungssparten ist der gemeinsame Binnenmarkt in der Eurasischen Wirtschaftsunion bereits Realität. Zu den 53 abgestimmten Bereichen kommen in diesem Jahr fünf weitere hinzu.

Von der Integrationspolitik profitiert jetzt auch die Bauwirtschaft. Am 4. Dezember 2020 verabschiedete die EAWU einen Aktionsplan, der den Binnenmarkt für Dienstleistungen in der Baubranche gewährleisten soll. Das Dokument sieht vor, ein zwischenstaatliches Abkommen über die gegenseitige Anerkennung der beruflichen Qualifikationen von führendem technischen Personal im Bauwesen zwischen den EAWU-Ländern abzuschließen.

Im zweiten Anlauf soll es klappen

Bereits 2014 wurde eine Liste für die Schaffung eines gemeinsamen Marktes für Dienstleistungen veröffentlicht, die auch zahlreiche Bauleistungen enthielt. Das Monitoring der Eurasischen Wirtschaftskommission hat jedoch ergeben, dass Dienstleistungen aufgrund von zahlreichen Beschränkungen nicht angeboten beziehungsweise genutzt werden konnten. Hierzu zählen neben der Notwendigkeit des Dienstleisters zur Registrierung als juristische Person auch die Nicht-Anerkennung von Genehmigungen und beruflichen Qualifikationen.

Der nun veröffentlichte Aktionsplan soll der Integration im Bereich Dienstleistungen wieder neue Impulse geben. Dabei will die Kommission auch auf internationale Standards zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen zurückgreifen.

Ein Schritt in Richtung mehr Freizügigkeit der Arbeitskräfte

Die geplante Anerkennung von Qualifikationen erleichtert Fachkräften die Arbeitsaufnahme in anderen Mitgliedsländern der EAWU. Insbesondere Russlands Bauwirtschaft ist geprägt durch Arbeitskräfte aus Zentralasien und dem Kaukasus. Die Corona-Pandemie setzte der Branche, die einen Anteil von 5,6 Prozent an der Entstehung des Bruttoinlandsprodukts hat, auch dadurch zu, dass nicht genug Personal vorhanden war. Der Aktionsplan ergänzt die jüngsten Initiativen der russischen Regierung, den Zuzug von Arbeitskräften für die Braubranche zu erleichtern.

(Unter Verwendung von Recherchen von Edda Wolf)

Quelle: Germany Trade & Invest