Hauptseite Außenhandel Handelspolitik und Freihandelsabkommen Trotz der Distanz: Eurasische Wirtschaftsunion und Zentralamerika rücken näher zusammen

Trotz der Distanz: Eurasische Wirtschaftsunion und Zentralamerika rücken näher zusammen

Bonn (GTAI) – Die Eurasische Wirtschaftsunion und die Länder Zentralamerikas wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen vertiefen. Reger Handel und erste gemeinsame Projekte bilden eine solide Grundlage. / Von Viktor Ebel

Die Vertreter der Eurasischen Wirtschaftskommission und des Sekretariats für Zentralamerikanische Wirtschaftsintegration (SIECA) unterzeichneten am 25. Februar 2021 eine Absichtserklärung mit dem Ziel die wirtschaftliche Kooperation zu fördern.

Hierzu zählen der gemeinsame Handel, technische Regularien und Standards sowie gemeinsame Projekte im verarbeitenden Gewerbe und in der Landwirtschaft. Um das zu erreichen, planen die Organisationen ihre Erfahrungen auszutauschen und regelmäßige Veranstaltungen zu organisieren. Außerdem sollen Wirtschaftsarbeitskreise ins Leben gerufen werden.

Erste gemeinsame Projekte stimmen optimistisch

Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländergruppen ist seit 2015 um 22,6 Prozent gestiegen. Auch das Corona-Krisenjahr 2020 konnte dem Positivtrend nur wenig anhaben. Der Handel ist im Vergleich zu 2019 lediglich um 2,4 Prozent zurückgegangen.

Zu den Kooperationen auf Unternehmensebene zählt beispielsweise das Lateinamerikanische Biotechnologische Institut Mechnikov. Es wurde von einem russischen Unternehmen in Nicaragua gegründet, um Lösungen für die schlechte Gesundheitsversorgung in dem Land zu erarbeiten. In Guatemala hingegen wird mit russischem Kapital Nickelerz abgebaut.

Auch die Pandemie wird gemeinsam angegangen: In drei der sechs Länder (Guatemala, Honduras und Nicaragua) ist der russische Impfstoff Sputnik V bereits registriert.

Nächste Schritte

Der Generalsekretär des Zentralamerikanischen Wirtschaftsintegrationssystems bezeichnet die Unterzeichnung des Dokuments als historisch. Neben den Botschaftern aller Länder, nahm auch Russlands Sonderbeauftragter für Lateinamerika an der Zeremonie teil. Als nächstes ist geplant, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die die Punkte der Absichtserklärung implementieren soll.

Langwieriger Integrationsprozess in Mittelamerika

Die SIECA wurde 1993 gegründet und umfasst die sechs Schwellen- und Entwicklungsländer Panama, Costa Rica, Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Honduras. Das Sekretariat der SIECA vertritt die Vereinigung gegenüber anderen Organisationen und überwacht den Integrationsprozess.

In den Mitgliedsländern leben 50,3 Millionen Menschen. Im Jahr 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt im mittelamerikanischen Raum um 6,5 Prozent zurückgegangen, doch schon für 2021 wird ein Wachstum von 3,8 Prozent prognostiziert. Als problematisch gilt jedoch weiterhin der Binnenhandel, der durch unterschiedliche wirtschaftliche und politische Interessen erschwert wird.

Quelle: Germany Trade & Invest